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Komm, sag es allen weiter

Nr. 225 • Evangelisches Gesangbuch

  • Kinderkirchenlieder "Immer und überall" (ELKB)

Jetzt wird es lebendig: Die schwungvolle Melodie eines afroamerikanischen Spirituals und ein deutscher Text, der in verschiedenen Fassungen verbreitet ist, verbinden sich zu einem mitreißenden Abendmahlslied für Groß und Klein. Friedrich Walz schuf es aus seiner Gemeindearbeit heraus und stellte Gottes Einladung in den Mittelpunkt. Der Wechsel zwischen Strophen und eingängigem Kehrvers lädt zum Mitsingen und Weitersagen ein.

Text:

Friedrich Walz (1932 – 1984), 1963/1964

nach dem Spiritual „Go, tell it on the mountain“

Melodie:

Spiritual, um 1865

Bibelstellen:

Mt 22,3
Eph 6,20

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Wissenswertes zu „Komm, sag es allen weiter“

Die englischsprachige Vorlage „Go, Tell It on the Mountain“ ist ein afroamerikanisches Spiritual aus dem 19. Jahrhundert. Schon während seines Studiums sammelte Friedrich Walz Spirituals. Mit einem Schülerchor, den er um 1960 als Vikar in Traunstein gründete, sang er geistliche Lieder aus aller Welt. „Komm, sag es allen weiter“ stammt aus seiner Zeit als Gemeindepfarrer in Nürnberg. Er schuf die deutsche Neudichtung 1963 für eine Abendmahlsfeier, wie sie etwa in Jugendgottesdiensten unter dem Motto „Gott im Brot“ gestaltet wurde, und reichte sie beim dritten Wettbewerb der Evangelischen Akademie Tutzing für neue geistliche Lieder ein. Veröffentlicht wurde das Lied 1964 im daraus hervorgegangenen Liederheft Gott ist da. Neue geistliche Lieder, mit einem Arrangement von Walter Kargel. Anschließend verbreitete es sich rasch über die Kirchentage.

 

Im Zuge seiner Verbreitung begegnete das Lied unter verschiedenen deutschen Textanfängen, darunter „Geh, ruf es auf …“, „Geh, ruf es von …“, „Geh, ruf es in …“, „Geht, ruft es von …“ und „Komm, sagt es …“

Aus dem weihnachtlichen Spiritual, dessen Refrain immer wieder dazu auffordert, die Geburt Christi weiterzusagen („Go tell it … that Jesus Christ is born“), wurde ein zunächst vierstrophiges Abendmahlslied mit missionarischem Charakter. Im Mittelpunkt stehen Gottes Einladung – es sind nicht wir, die einladen (vgl. Mt 22,3) –, Gottes Geduld und off’ne Türen. Seine Geduld und die „off’nen Türen“ prägen das Bild eines zugewandten, einladenden Gottes.

 

Die Strophen entfalten diese Einladung mit biblischen Bezügen (vgl. Mt 11,28; 26,26; 28,20). Der Kehrvers fordert dazu auf, sie weiterzugeben und als Bote Christi zu wirken (vgl. Eph 6,20). Gegenüber der Textfassung von 1964 sind in der heute gebräuchlichen dreistrophigen Fassung die erste und die zweite Strophe vertauscht; die ursprüngliche vierte Strophe entfällt.

Die Melodie hat einen ansteckend fröhliche und belebende Wirkung. Der Aufforderungscharakter („Go“ bzw. „Komm“) wird durch die „Rufterz“ (a′ über dem Grundton f′) und die halbe Note musikalisch nachgezeichnet. Darauf folgt im Kehrvers eine rasche, erzählende Melodierhythmik („sag es allen weiter“). Die mündliche Überlieferung hat dabei zu Varianten geführt. Die punktierten Rhythmen bei „sag es allen“ sind nicht streng nach dem Notenbild auszuführen, sondern ternär, also swingend und weicher.

 

Die Melodie der Strophen bewegt sich im Wesentlichen in den Tönen des Dreiklangs, erweitert um die darüberliegende Sexte. Dies passt besonders zu den „offnen Türen“ der heutigen ersten Strophe. Bemerkenswert ist der markante Septimsprung am Strophenende: Er leitet vom ursprünglich solistisch vorgetragenen Strophenteil zielgerichtet in den „Chorus“, den gemeinsamen Kehrvers aller Singenden, über.

Wer das Lied einführen möchte, beginnt am besten mit dem Kehrvers. Die Strophen übernimmt zunächst eine Einzelperson oder eine Ansingegruppe im Wechsel mit allen Singenden. Kehrverslieder leben von diesem Wechsel zwischen Vorsingen und gemeinsamem Antworten.

 

Melodie und Text haben einen deutlich auffordernden Charakter. Klatschen oder Schnipsen auf den Zählzeiten 2 und 4 lädt zum Mitmachen ein. Sitzen Kinder beim Singen, können sie bei „Komm“ und „ruf“ aufstehen und mit den Händen einen Trichter vor dem Mund formen.

 

Das Lied zählt vielerorts zum Kernrepertoire und lässt sich bei unterschiedlichen Gelegenheiten singen: in der Kita, in der Konfirmandenarbeit, in Familiengottesdiensten, bei Missionsveranstaltungen oder zu Weihnachten.

Liedrecherche: Christian Finke

Aufnahmen von „Komm, sag es allen weiter“

Komm, sag es allen weiter
mit Gesang und Gitarre

Ensemble: Lieder, die die Welt braucht

Strophen 1-3 aus dem aktuellen Evangelischen Gesangbuch

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