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Knjezowy jandźel | Des Herren Engel begleite dich [Regionalteil]

Nr. 349 RT Bayern-Sachsen • Neues Evangelisches Gesangbuch (Erprobung)

Dieses neue sorbische Segenslied erfreut sich in der Oberlausitz großer Beliebtheit. Als Lied des Vertrauens und der Zuversicht entfaltet es mit seinen weichen sorbischen Sprachklängen und seiner schlichten Bildsprache eine Atmosphäre von Ruhe und Geborgenheit, die die Singenden berührt und trägt.

Text:

Günter Schwarze (*1949), 2002
Měrko Šołta (*1951), 2002

Melodie:

Günter Schwarze (*1949), 2002

Satz:

Günter Schwarze (*1949), 2010

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Wissenswertes zu "Knjezowy jandźel | Des Herren Engel begleite dich [Regionalteil]"

Auf der Grundlage einer Vorlage des sorbischen Verlegers, Schriftstellers und Philologen Jan Arnošt Smoler (deutsch: Johann Ernst Schmaler) schufen Měrko Šołta (Mirko Scholze) und Günter Schwarze im Jahr 2002 dieses sorbische Lied. Einer breiteren Öffentlichkeit wurde es erstmals durch seine Aufnahme in das 2010 erschienene obersorbische Kirchengesangbuch bekannt. Seither gehört es zu den besonders häufig und gern gesungenen Liedern in sorbischen Gottesdiensten und Andachten.

 

2011 wurde das Lied erstmals zusammen mit seiner deutschen Übersetzung in dem für den 33. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dresden herausgegebenen Liederbuch HerzTöne veröffentlicht. Dort erschien es mit dem von Günter Schwarze 2010 geschaffenen Chorsatz. Auch in das 2022 herausgegebene sorbische Kinder- und Jugendgesangbuch Zernička wurde das Lied aufgenommen.

 

- Liedrecherche von Christoph Rummel -

In sehr weichen sorbischen Sprachklängen gehalten, strahlt das Lied in der Originalsprache vom ersten Wort an eine große Ruhe und Geborgenheit aus: Auf deinem Weg sollst du nie allein gehen – Gottes Engel möge und wird dich begleiten und dir Schutz bieten, egal wie dieser Weg beschaffen ist. Dieses Urvertrauen des glaubenden Menschen kann mit diesem Lied gestärkt werden und ist auch in der deutschen Fassung sehr gut wiedergegeben. Eine große Zahl verschiedener Worte ist dafür gar nicht notwendig. Während so die beiden ersten und die letzte Zeile in den drei Strophen gleichbleiben, ändert sich immer nur die dritte Zeile, die den jeweiligen Wegabschnitt konkretisiert, den es zurückzulegen gilt. Durch die dreimalige Verwendung des gleichen Wortstammes (wěčny = ewig) wird in der sorbischen Fassung besonders intensiv zugesprochen, dass dieser Segensengel die Weggehenden irgendwann unbeschadet bis in die Ewigkeit begleiten und tragen soll.

Die Melodie zeichnet sich durch ihre Schlichtheit und Sangbarkeit aus. Sie verzichtet nahezu vollständig auf größere Tonsprünge und bewegt sich überwiegend in den Sekundenstufen der Durtonleiter. Da ihr Tonumfang eine Oktave nicht überschreitet, ist sie für Sängerinnen und Sänger aller Altersgruppen gut geeignet.

 

In mäßigem Tempo gesungen und von einem gleichmäßigen, fließenden Rhythmus getragen, entfaltet die Melodie eine besondere Ruhe und Ausgeglichenheit. So unterstreicht sie den Charakter des Liedes als Segenszuspruch und lässt den freundlichen Beistand Gottes hörbar werden, der die Menschen auf ihrem weiteren Weg begleiten und bewahren soll.

Im sorbischen Kirchengesangbuch von 2010 findet sich das Lied bei den Gottesdienstliedern unter der Rubrik „Entlassung und Segen“. Als sorbischer Reisesegen eignet sich das Lied zum Abschluss verschiedener Formate. 

 

Zur Aussprache der sorbischen Fassung: Die sorbischen Vokale sind sämtlich kurz auszusprechen. Folgende Aussprache der sorbischen Sonderzeichen ist zu beachten: c = z (wie in zu), ć und č = tsch (wie in zwitschern), = dsch (wie in Dschungel), ě = kurzes i (wie in dir), = ksch, ł = w, ó = kurzes u (wie in Mutter), = psch, s = stimmlos wie ß, š = stimmlos sch (wie im Wort Schule), y = sehr kurzes i (wie in bitte), z = stimmhaftes s (wie summen), ž =stimmhaftes sch (wie g in Gelee).

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