Keinen Tag soll es geben
Nr. 213 • Durch Hohes und Tiefes
- Wo wir dich loben, wachsen neue Lieder /
- Kinderkirchenlieder "Immer und überall" (ELKB)
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Unter den unzähligen Neuen Geistlichen Liedern gibt es „echte Hits“, die im deutschsprachigen christlichen Raum unabhängig von aller Konfession bekannt, beliebt und häufig gesungen sind. Dieses Lied gehört dazu. Es Lied ist inzwischen in mehr als 20 Liederbüchern veröffentlicht. in seinem Refrain verarbeitet es den Kanzelsegen aus Philipper 4,7.
Text:
Melodie:

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Wissenswertes zu "Keinen Tag soll es geben"
Bereits seit den 1970er Jahren publizierte Uwe Seidel immer wieder Segenswünsche, die mit „Keinen Tag soll es geben“ begannen. So schließt er beispielhaft seine mit Hanns Dieter Hüsch hg. „Psalmen für Alletage“ (1996, 1997³, S. 155) mit einem „Lebenssegen“ zu Psalm 21 unter der Überschrift „Sei gut behütet“:
„Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst:
Niemand ist da, der mir hilft in meiner Not.
Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst:
Niemand ist da, der mich erfüllt mit seinem Trost.
Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst:
Niemand ist da, der mich hält in seiner Hand.
Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst:
Niemand ist da, der mich leitet und begleitet
auf allen meinen Wegen – Tag und Nacht.
Sei gut behütet und beschützt.“
Für Veranstaltungen auf dem 26.Deutschen Evangelischen Kirchentag (DEKT) in Hamburg 1995 verdichtete er diesen Segenswunschtext und brachte ihn in ein Gemeindelied-freundliches Versmaß. Der Text des Refrains „Und der Friede Gottes, der höher ist als unsre Vernunft …“ knüpft an Philipper 4,7 an und führt in den Schlusswunsch „und stärke unsre Liebe“. Thomas Quast komponierte im Frühjahr 1995 die Musik. Auf einer Veranstaltung in Köln zur Vorbereitung des Kirchentages erklang das Lied erstmals, die Kirchentags-Uraufführung war im Juni 1995 in Hamburg.
Unter den unzähligen Neuen Geistlichen Liedern gibt es „echte Hits“, die im deutschsprachigen christlichen Raum unabhängig von aller Konfession bekannt, beliebt und häufig gesungen sind.„Keinen Tag soll es geben“ gehört zu diesen Liedern, wird in evangelisch-landeskirchlichen und freikirchlichen Kreisen ebenso gesungen wie in katholischen. Das Lied ist inzwischen in mehr als 20 Liederbüchern veröffentlicht.
- Liedrecherche Günter Ruddat -
Die symmetrisch angelegten Strophen beginnen jeweils doppelt mit dem – verneinend formulierten – Wunsch: „Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst: Niemand ist da, der …“. Daran schließt sich jeweils in wenigen Worten eine konkret benannte Situation von Beziehung und Lebenshilfe an. Dieser Wunsch prägt sich wie ein Ohrwurm ein und spricht mich direkt an: „Du“ – ich bin gemeint. So entsteht ein Raum für vielfältige Erinnerungen und Erfahrungen, in dem ich assoziieren kann: Da war niemand, der sich mir zuwandte, der mir den Rücken stärkte, der mich „beseelte“ …
Der Refrain lässt all diese konkreten Situationen des Lebens in den Segen aus Philipper 4,7 einmünden: „Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, wird eure Herzen und Sinne bewahren in Christus Jesus.“ Ähnlich wie der traditionelle Kanzelsegen am Ende einer Predigt stellen diese Worte alles Gedachte und Gesungene in den größeren Zusammenhang der Zusage Gottes („Ich bin da; ich bin bei euch alle Tage“). Anders gesagt: Diese biblischen Worte entlasten – Gottes Zusage des Friedens geht weit über meine gesprochenen oder gesungenen Worte (auch dieses Liedes) hinaus.
Die Musik von Thomas Quast steigert mit jeder Strophe den Wunsch, dass mein Leben gesegnet und begleitet ist, und greift dabei eng die Struktur des Liedtextes auf. Thomas Quast schreibt am 14.12.2024 selbst dazu:
„Die Struktur des Liedtextes aufgreifend, sind die Strophen in einer 16-taktigen A–B–A–B′-Form gehalten. Daran schließt sich der Refrain (C-Teil) mit 12 Takten und einem dreizehnten Takt an, der zugleich der erste Takt des viertaktigen Zwischenspiels ist. Die Melodie wirkt in den Strophen nahezu rezitativisch und bewegt sich zunächst im Sekundraum von e und fis; erst bei der Textstelle „Niemand ist da …“ gewinnt sie an Bewegung. Im Refrain wird dann der Oktavraum ausgefüllt; der höchste Ton h wird bei den Worten „Friede Gottes“ und „unsre Hoffnung groß“ erreicht. Ich habe einen frei schwingenden 2/2-Takt und bewusst die „warme Tonart“ E-Dur gewählt. Die Harmonien sind ausschließlich aus Tonika, Subdominante, Dominante und ihren Mollparallelen gebildet; eine Ausnahme bildet das in E-Dur diatonisch fremde D-Dur beim Wort „Gottes“. Dadurch wird zu Beginn des Refrains ein erster musikalischer Höhepunkt mit „Friede Gottes“ verknüpft. Der zweite melodische Höhepunkt deutet das Wort „groß“ am Ende des Refrains aus, verstärkt dadurch, dass der Ton h im A-Dur-Akkord die (dissonante) große None ist.“
Dieses Lied kann im ganzen Kirchenjahr gesungen sein, bietet sich insbesondere auch für Taufen, Konfirmationen und Hochzeiten an. Zwei gottesdienstliche Verwendungszusammenhänge liegen besonders nahe: Als Lied zur Zusage des Friedens Gottes, der uns anvertraut und aufgegeben ist. Und als Lied nach Sendung und Segen.
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