In dulci jubilo
Nr. 35 •
Evangelisches Gesangbuch
Nr. 71 • Neues Evangelisches Gesangbuch (Erprobung)
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Es gehört zu den ältesten und zugleich lebendigsten Weihnachtsliedern Europas. Die schwungvolle, wiegende Melodie trägt den mehrsprachigen Text fast spielerisch und lädt sofort zum Mitsingen ein. Ihre tänzerische Gestalt verleiht dem Lied eine besondere Leichtigkeit und Freude. So entsteht ein festlicher und zugleich volksnaher Klang, der bis heute nichts von seiner Anziehungskraft verloren hat.
Text:
15. Jh. | Strophe 3: Leipzig 1545
Melodie:
15. Jh.

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Wissenswertes zu "In dulci jubilo"
Die Entstehung des Liedes reicht bis ins 14. Jahrhundert zurück. Die älteste bekannte Fassung steht im „Codex 1305“ der Universitätsbibliothek Leipzig (um 1400). Mehrere Handschriften dokumentieren die wachsende Beliebtheit des Liedes. Eine der ersten Druckfassungen erschien im Klugschen Gesangbuch (1529/1533). Für den Druck des Leipziger Babstschen Gesangbuchs von 1545 veränderte Martin Luther den Marienbezug in der dritten Strophe; diese beginnt seitdem mit „O Patris caritas“.
Das Evangelische Gesangbuch (1993) bietet eine rein deutsche Fassung, wie sie erstmals 1646 in Hannover gedruckt wurde. Das Lied war und ist zugleich in zahlreichen katholischen Gesangbüchern verbreitet. Mit der lateinisch-deutschen Mischform ist die nun vorliegende Fassung identisch mit der im katholischen Gotteslob (2013).
Ausgehend vom Bild des Kindes in der Krippe (Lukas 2,7) weist die erste Strophe auf Offenbarung 22,13: „Ich bin das A und das O, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende.“ In Strophe 2 wird das Kind als Fürst der Herrlichkeit angerufen; in Psalm 24,8–9 heißt es: „König der Ehren“. Das „Trahe me post te“ („zieh mich hin nach dir“) entstammt der Brautmystik, wie sie im Hohenlied Salomos 1,4 begegnet. Strophe 3 besingt die Erlösung von den Sünden als große Gnade, die durch die Liebe des Vaters und die Milde des Sohnes möglich ist und zu himmlischen Freuden führt. Die vierte Strophe fragt nach dem Ort dieser Freuden und gibt zugleich die Antwort: am Hof des Königs der Ehren, im himmlischen Königssaal, wo die Engel neue Lieder singen (Offenbarung 5,9; Psalm 96 und 98).
Die fröhliche Melodie ist in einen wiegenden Sechsvierteltakt eingebettet, der meist in gleichmäßige Halbe plus Viertel gegliedert wird. Die Melodie umfasst acht Zeilen, die jeweils im Wechsel einen lateinischen und einen deutschen Satzteil tragen. Zeile 2 wiederholt die Aufwärtsbewegung von Zeile 1. Zeile 3 greift die letzten drei Töne von Zeile 2 auf und führt sie abwärts zum Ausgangston zurück. Zeile 4 kommt mit nur drei Tönen aus. Die Zeilen 5 und 6 nehmen die Motive von Zeile 3 und 4 wieder auf. Zeile 7 greift unter den Grundton, um in einen aufwärts gerichteten Jubel zu münden. Zeile 8 verwendet erneut die drei Töne aus Zeile 4, setzt jedoch von oben an und schließt auf dem Grundton. Das letzte Melodiepaar trägt eine lateinische Textwiederholung. Insgesamt steht die Melodie für eine freudige, von Leichtigkeit geprägte Stimmung an der Krippe.
Lateinisch-deutsche Mischlieder gehören zu den frühen Formen der Verwendung der Volkssprache im lateinischen Gottesdienst. Auch die Form und Pflege des Wiegenliedes zählen zu den frühen Zeugnissen von Volksfrömmigkeit in Andachten und Gottesdiensten. Das Kindelwiegen gilt als Vorläufer der später entstandenen Krippenspiele.
Dieses Weihnachtslied sollte daher wirklich halbtaktig und ausgesprochen fröhlich angestimmt werden. Es eignet sich besonders für Weihnachtsspiele und Singgottesdienste. Auf die Bedeutung der lateinischen Worte kann hingewiesen werden; entscheidend ist jedoch die positive, einladende Grundstimmung, die das Lied eröffnet.
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Notenansicht
In dulci jubilo | Evangelisches Gesangbuch Nr. 35, Strophe 1

Radioserie und Podcast zum Lied
Das Weihnachtslied "In dulci jubilo" mit Mischtext aus Latein und Deutsch ist sehr alt. Melodie und Verse stammen aus dem 14. Jahrhundert, einer Zeit, in der die Gläubigen sich allmählich einmischen in das kirchliche Geschehen.
In der Radioserie und im Podcast von SWR Kultur geben die Autorinnen und Autoren spannende Einblicke in die Entstehungsgeschichte bekannter Weihnachtslieder. Sie beleuchten, wie die Lieder entstanden sind, welche historischen und kulturellen Hintergründe sich mit ihnen verbinden und weshalb sie bis heute eine besondere Bedeutung im Weihnachtsbrauchtum haben.
Ein Beitrag aus der Reihe "SWR2-Weihnachtslieder"
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