Ich rede, wenn ich schweigen sollte
Nr. 165 • Durch Hohes und Tiefes
- EG-Regionalteil Baden-Pfalz-Elsass-Lothr. /
- EG-Regionalteil Kurhessen-Waldeck /
- EG-Regionalteil Hessen-Nassau
- 0 Besucher lieben dieses Lied
- 0 Besucher hören dieses Lied gerne
- 0 Besucher singen dieses Lied gerne
- 0 Besucher kannten dieses Lied noch nicht
Wenn das Reden zur Geschwätzigkeit wird. Wenn Worte ohne Taten bleiben. Es ist ein eindringliches, ernstes Lied, das menschliche Unsicherheit und das Ringen um verantwortliches Handeln vor Gott thematisiert. In der Spannung zwischen Reden und Schweigen, Glauben und Zweifeln bringt es die Begrenztheit des Menschen zur Sprache und mündet in die Bitte um göttliche Hilfe. So wird das Lied zu einem persönlichen und zugleich gemeinschaftlichen Bittgebet.
Text:
Melodie:

Landkarte der Liedschöpfer:innen
Spannende Hintergründe zu den beteiligten Personen und ihren Lebenswegen entdecken.
Passende Stichworte zum Weiterstöbern
Wissenswertes zu "Ich rede, wenn ich schweigen sollte"
Der Text aus dem Jahr 1965 wurde schnell populär, da er mehrfach vertont wurde. Die erste Melodie aus dem Entstehungsjahr stammt von Paul Bischoff. Im Jahr 1970 schrieb Friedemann Gottschick eine weitere Weise (in Neue Lieder, Hänssler), eine andere stammt von Günter Elsässer (in Fontäne, o. J.). Die hier vorliegende Melodie – wie übrigens auch die anderen Vertonungen in Moll – stammt von Herwarth Freiherr von Schade, der sie unter dem Pseudonym Thomas Salwey im Jahr 1973 veröffentlichte.
- Liedrecherche von Thomas Schmidt -
Der Text besteht aus vier Strophen und einem Kehrvers. Die ersten beiden Strophen thematisieren das Reden (Sagen), Schweigen und Hören. Die Begriffe „reden“ und „schweigen“ kommen in beiden Strophen vor und gewinnen dadurch besonderes Gewicht. In den Strophen 3 und 4 ist vom Glauben, Zweifeln und Fragen die Rede. Auch hier erscheinen zwei Begriffe in beiden Strophen: „glauben“ und „zweifeln“. Alle vier Strophen enden mit der Einsicht in das eigene Unvermögen. In beiden Strophenpaaren (1–2, 3–4) lässt sich ein Chiasmus erkennen, da die jeweils doppelt verwendeten Wörter überkreuzt an entsprechenden Positionen stehen. „Reden“, „schweigen“, „glauben“ und „zweifeln“ bilden somit die Leitmotive des Textes, die auf den Kehrvers mit seiner dreifachen Bitte „hilf“ hinführen.
Im Kehrvers wird die Bitte um Hilfe, das Gute zu wagen, eingerahmt von den Bitten, das Rechte zu sagen und zu tun.
Die Moll-Melodie weist eine wechselnde Taktart (3/2 – 2/2) auf. Dies und besonders die Pausen im ersten und dritten Takt verleihen den Strophen einen zögerlichen, fragenden, beinahe zweifelnden Charakter. Ihr Tonumfang überschreitet bei den Worten „sagen“, „hören“, „tragen“ und „fragen“ kurzzeitig die Oktave. Das Stummsein (bzw. das weitere Unvermögen in den Strophen 2–4) wird durch die lange Pause am Ende der Strophen sinnfällig dargestellt.
Der dreiteilige Kehrvers beginnt in jedem Abschnitt jeweils einen Ganzton tiefer. Die ersten beiden der insgesamt drei Bitten („Herr, hilf“ – „Hilf uns“ – „Herr, hilf“) stehen im 3/2-Takt und sind durch eine abwärts geführte Melodie in halben Noten geprägt – gleichsam ein musikalisch gestalteter Kniefall. Der Inhalt dieser Bitten („das Rechte sagen“ – „das Gute wagen“) erhält durch die Bewegung in Viertelnoten und die wellenförmige Melodieführung eine dynamische Gestalt, die das intendierte Handeln unterstreicht. Erst in der dritten und letzten Bitte verbinden sich 3/2-Takt und Viertelbewegung und bündeln die Aussagen im Schlusssatz: „Herr, hilf, das Rechte zu tun.“
Das Lied eignet sich gut im Zusammenhang mit der Thematik der Nachfolge. Der Kehrvers allein kann zudem gut als Liedruf im Rahmen eines Gebets oder als Segensstrophe am Ende eines Gottesdienstes verwendet werden.
Spielen
Teste dein Wissen zu den Liedern des Evangelischen Gesangbuchs im Emoji-Quiz.