Hilf, Herr meines Lebens
Nr. 419 • Evangelisches Gesangbuch
- Gotteslob
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Schlicht und doch von großer Wirkung: Dieses gesungene Gebet lebt von einem einzigen Satzmuster und wiederkehrenden Melodiebögen. Wer es singt, findet zu Sammlung, innerer Ruhe und Konzentration auf das Wesentliche und betet.
Text:
Melodie:

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Wissenswertes zu "Hilf, Herr meines Lebens"
In einem Brief berichtet Hans Puls, dass er Gustav Lohmann während eines Urlaubs im Schwarzwald 1962 – beide wohnten in derselben Pension – anregte, neue Liedtexte zu schreiben. Bereits am nächsten Tag legte Lohmann einen neuen Text vor. Die Strophen von Lohmann, verbunden mit der Melodie von Hans Puls, erschienen erstmals im Liederheft Gott schenkt Freiheit sowie in Sing mit II. 1970 bearbeitete Markus Jenny diese Textfassung für die Zeitschrift Neues Singen in der Kirche, die im Vorfeld des geplanten Reformierten Gesangbuchs der deutschsprachigen Schweiz gegründet worden war. In Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft für ökumenisches Liedgut, die großes Interesse an dem Lied zeigte, entstand schließlich die heutige Fassung, die 1973 im Liederheft Gemeinsame Kirchenlieder veröffentlicht wurde.
- Liedrecherche von Christian Finke -
Warum bin ich „auf Erden“? Worin liegt mein Lebenssinn? Was bedeuten Freiheit und Mitmenschlichkeit? – Um Orientierung und Bewahrung vor einem verfehlten Leben, so die Grundidee, können wir Gott nur bitten. Darum ist das fünfstrophige Lied als unablässiger Gebetsruf „Hilf, Herr“ gestaltet. Die parallele Struktur der Strophen mit jeweils drei Textzeilen – auch als „Reihenform“ bezeichnet – erinnert an den Aufbau von „Gott liebt diese Welt“ und „Danke für diesen guten Morgen“.
Die dorisch anmutende Melodie – der charakteristische sechste Ton der Skala fehlt allerdings – beziehungsweise das pentatonische Modell ist mit seinen Wiederholungen und wenigen melodischen Bausteinen einfach gestaltet. Durch die Wiederholung der dritten Textzeile entsteht ein vierzeiliger Melodiebogen. Der Tonumfang der Melodie überschreitet die Oktave nicht; innerhalb der einzelnen Zeilen liegt er sogar deutlich darunter.
Alles wirkt konzentriert und gefasst; nichts ist umspielend oder bloß verzierendes Beiwerk. So hinterlässt die Melodie im Vollzug einen sachlichen und fokussierten Eindruck.
Das Lied bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte für eine kreative Ausgestaltung. Im Unterricht kann es eingesetzt werden, wenn es um Themen wie Beten, Ethik oder den Sinn des Lebens geht – etwa in der Arbeit mit Schüler:innen, im Religionsunterricht, in der Christenlehre oder mit Konfirmand:innen. Es eignet sich gleichermaßen für Jugend- und Konfirmationsgottesdienste wie auch für den Buß- und Bettag.
Besonders schön ist die Kombination mit dem Kanon „Siehe, ich bin bei euch“ (Matthäus 28,20) von Wolfgang Fischer (1932–2011), den dieser für den Kreiskirchentag 1967 in Lehnin komponiert hat.
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