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Herr, gib uns deinen Frieden (Kanon)

Nr. 436 • Evangelisches Gesangbuch

  • Kinderkirchenlieder "Immer und überall" (ELKB)

Eine schlichte Friedensbitte, die eindringlicher kaum sein könnte. Ton für Ton steigt die Melodie vom Grundton bis zur Oktave empor und kehrt wieder zu ihrem Ausgangspunkt zurück. Der Kanon lässt sich leicht erlernen und mehrstimmig singen. Er eignet sich gut für Andachten zum Thema Frieden – vom inneren Frieden über den Frieden in der Welt bis hin zum umfassenden biblischen Verständnis des göttlichen Schalom.

Text:

Wolfgang Poeplau (*1950), 1976

nach dem liturgischen „Agnus Dei“

Melodie:

Ludger Edelkötter (1940 – 2022), 1976

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Wissenswertes zu „Herr, gib uns deinen Frieden (Kanon)“

Der Kanon entstand Mitte der 1970er-Jahre im Umfeld der gesellschaftlichen Friedensbewegung in Deutschland und verbreitete sich durch das Singen auf Kirchentagen rasch. Nachgewiesen ist er unter anderem im Kirchentagsliederheft Fürchte dich nicht zum Deutschen Evangelischen Kirchentag 1981 in Hamburg.

Wolfgang Poeplau verwendet die Friedensbitte nahezu wörtlich in der Form, in der sie aus dem liturgischen Agnus Dei des Gottesdienstes bekannt ist: „Gib uns Frieden“ (dona nobis pacem). Er fügt zwei Wörter hinzu: die Anrede „Herr“ und das Possessivpronomen „deinen“. Durch seine fünfmalige Wiederholung in Halbsätzen, Verkürzungen und Steigerungen wird das Wort „Frieden“ zum Hauptbegriff des Kanons. Im Zentrum des spiegelbildlich aufgebauten Textes steht es sogar für sich allein. Durch die zahlreichen Wortwiederholungen gewinnt diese Friedensbitte eine besonders intensive und eindringliche Wirkung.

Kaum eine andere Melodie schreitet so zielstrebig Ton für Ton vom Grundton zur Oktave und wieder zurück. Für den Aufstieg zur Oktave werden drei Teile des Kanons verwendet, die sich jeweils nur im Umfang einer Terz bewegen; der vierte Teil führt wieder zum Grundton hinab. Der Rhythmus aus Achtel-, Viertel- und halben Noten folgt dem sich steigernden Sprechrhythmus und schafft eine überzeugende Verbindung von Wort und Ton. Die harmonische Begleitung beschränkt sich auf die Stufen VI, IV, V und I. 

Der Kanon kann als Friedensbitte am Ende eines jeden Gottesdienstes unter „Sendung und Segen“ gesungen werden, obwohl er textlich und liturgisch zum Abendmahl beziehungsweise zur Eucharistie gehört. Da er leicht zu erlernen und zu singen ist, eignet er sich auch gut für Andachten zum Thema Frieden – vom inneren Frieden über den Frieden in der Welt bis hin zum umfassenden biblischen Verständnis des göttlichen Schalom.

 

Der Kanon lässt sich generationenübergreifend einsetzen. Er bietet Raum für Improvisationen und kann durch Instrumente begleitet werden. Besonders eindrucksvoll ist es, wenn seine Melodie und der vielstimmige Gesamtklang den gesamten Kirchenraum erfüllen.

Liedrecherche: Christian Finke

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