Gott, send herab uns deinen Sohn
Nr. 51 • Neues Evangelisches Gesangbuch (Erprobung)
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Nur wenige Adventslieder bringen Sehnsucht und Hoffnung so eindrucksvoll zum Ausdruck wie dieses. Die lateinischen O-Antiphonen, in eine englische Liedvorlage aufgenommen und ins Deutsche übertragen, haben ihren eindringlichen, archaischen Klang bewahrt. Dabei stehen die unterschiedlichen Nuancen der Textfassungen (vgl. Lied „O komm, o komm, du Morgenstern“) einem gemeinsamen ökumenischen Singen nicht entgegen. Vielmehr können sie zur Reflexion über das Verhältnis zwischen Christen und Juden anregen.
Text:
EGB (1969) 1970 nach den Übertragungen der lateinischen O-Antiphonen von David Gregor Corner 1631, Heinrich Bone 1847 und Köln 1887
Melodie:
Frankreich 15. Jh. bei Thomas Helmore 1856

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Wissenswertes zu "Gott, send herab uns deinen Sohn"
Der Urheber der Melodie aus dem 15. Jahrhundert ist nicht bekannt. Nachweislich veröffentlicht wurde sie zum englischen Text „O Come, O Come, Emmanuel“ in der 1851 von Thomas Helmore und John Mason Neale herausgegebenen Sammlung The Hymnal Noted.
Die O-Antiphonen werden in der katholischen Liturgie an den sieben letzten Tagen des Advents (17. bis 23. Dezember) zum Canticum Magnificat in der Vesper gesungen. Sie beginnen mit der Anrufung „O“ und münden in die Bitte „Komm“. Diesem Aufbau folgen auch die Liedfassungen, die im katholischen Bereich bereits im 17. und 19. Jahrhundert weit verbreitet waren. Im Gotteslob (1975) war die vorliegende Textfassung enthalten. Die Fassung im Gotteslob (2013) beginnt mit „Herr, send herab uns deinen Sohn“ und verwendet im Kehrvers „Freu dich, o Israel“. Die Fassung im Evangelischen Gesangbuch beginnt mit „Gott, send herab“ und verwendet im Kehrvers „Freut euch mit Israel“.
Die Angaben zum Liedtext weisen das EGB als Quelle aus. Das Einheitsgesangbuch (EGB) war kein flächendeckend eingeführtes offizielles Gesangbuch, sondern eher ein Arbeits- und Sammlungsbegriff für gemeinsame Liedbestände. Es entstand im Zusammenhang mit der ökumenischen Bewegung im 20. Jahrhundert. Viele seiner Lieder sind später in die großen Gesangbücher eingeflossen, etwa in das Evangelische Gesangbuch (EG) und das katholische Gotteslob (GL).
Der lateinische Ursprungstext des Liedes Veni, veni Emmanuel ist eine mittelalterliche Dichtung, die mehrere O-Antiphonen aufgreift und in Liedform bringt. Die O-Antiphonen sind sieben kurze, feierliche Anrufungen Christi, die in der letzten Adventswoche (17.–23. Dezember) in der Vesper vor dem Magnificat gesungen werden. Jede beginnt mit „O …“ und ruft Christus unter einem alttestamentlich-messianischen Titel an: O Sapientia – O Weisheit; O Adonai – O Herr; O Radix Jesse – O Wurzel Jesse; O Clavis David – O Schlüssel Davids; O Oriens – O Morgenstern; O Rex Gentium – O König der Völker; O Emmanuel – O Gott mit uns. Der Text von „O come, O come, Emmanuel“ steht diesen Anrufungen so nahe, dass sich das Lied als poetische Verdichtung dieser alten Adventsgebete verstehen lässt.
Folgende alttestamentliche Textbezüge werden als messianische Titel Jesu Christi gedeutet: Immanuel („Gott mit uns“; Jesaja 7,14 / Matthäus 1,23); Weisheit (Jesaja 11,2 / Psalm 37,30 / Offenbarung 5,12); Adonai („Herr“; 2. Mose 31,18 / 2. Mose 34,29); Wurzel Jesse (Jesaja 11,1); Schlüssel Davids (Jesaja 22,22 / Offenbarung 3,7); Aufgang der Sonne der Gerechtigkeit (Maleachi 3,20); König (Sacharja 9,9 / Matthäus 21,5); Eckstein (Psalm 118,22 / Matthäus 21,42). Die Schlussstrophe greift zudem Offenbarung 21,5 auf: „Siehe, ich mache alles neu!“ Die Aufforderung „Komm“ erinnert an den Schluss der Bibel, Offenbarung 22,20: Ja, ich komme bald. Amen, ja komm, Herr Jesus“. In dieser Erwartungshaltung wird das Fest der Geburt Christ vorbereitet.
siehe Lied “O komm, o komm, du Morgenstern”
Das Adventslied zur im evangelischen Bereich bekannten Melodie von „O komm, o komm, du Morgenstern“, das sich auf die Tradition der O-Antiphonen stützt, bietet eine gute Möglichkeit, den Advent als Zeit der Vorbereitung auf das Kommen Jesu vertieft zu meditieren. Die unterschiedlichen Nuancen der Textfassungen stehen einem gemeinsamen ökumenischen Singen nicht entgegen. Vielmehr können sie zur Reflexion über das Verhältnis zwischen Christen und Juden anregen.
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