Gloria, Gloria Gott in der Höh! [Regionalteil]
Nr. 309 RT Bayern-Sachsen • Neues Evangelisches Gesangbuch (Erprobung)
- 0 Besucher lieben dieses Lied
- 0 Besucher hören dieses Lied gerne
- 0 Besucher singen dieses Lied gerne
- 0 Besucher kannten dieses Lied noch nicht
Hier darf gemeinsam mit den Engeln der Weihnachtsgeschichte gejubelt werden! Klangvoll präsentiert sich dieser volkstümliche Satz aus der traditionsreichen Weihnachts- und Kulturlandschaft des Erzgebirges. Er eignet sich sowohl für den einstimmigen Gemeindegesang als auch für die Ausführung im Chor oder Ensemble und verbreitet im Gottesdienst oder in der Weihnachtstube festlichen Glanz.
Text:
Melodie:
Satz:

Landkarte der Liedschöpfer:innen
Spannende Hintergründe zu den beteiligten Personen und ihren Lebenswegen entdecken.
Passende Stichworte zum Weiterstöbern
Wissenswertes zu "Gloria, Gloria Gott in der Höh! [Regionalteil]"
Über die Entstehungsgeschichte des Werkes ist nichts bekannt. Das Werk von Enslin und Rochlich findet sich jedoch in zwei Schulmaterialien: im Schulliederbuch – Heft III (Lieder für die Oberklassen). Sammlung auserlesener Lieder für Bürger-, Mittel-, höhere Töchter- und Realschulen von 1899 (Hrsg. Hesse) sowie im Leipziger Schulliederbuch, 3. Heft – Oberstufe (Hrsg. Leipziger Lehrerverein).
- Liedrecherche von Magdalena Kilian -
Enslins Text spiegelt seinen starken Bezug zu Kindern und Jugendlichen wider: Mit wenigen, bildhaften Worten beschreibt er den Inhalt des „Gloria in excelsis Deo“ (siehe Lk 2, 14).
Der zweizeilige Gloriaruf rahmt die drei Strophen des Werkes ein. Das Wort „Gloria“ wird dabei jeweils zweimal wiederholt, was dem Ruf besonderes Gewicht verleiht. Wiederholungen sind mit einer zunehmenden Intensität verbunden und setzen einen deutlichen Schwerpunkt auf den jeweiligen Begriff.
In den Strophen verwendet Enslin eine bildhafte Sprache, die durch das Reimschema besonders gut im Gedächtnis bleibt. Die erste Strophe „Singen die Engelein, singen so lieb und fein“ bezieht sich auf den zentralen Lobgesang der Engel zur Geburt Christi. „Weit durch die Welt es dringt, Himmel und Erde klingt“ heißt es in der zweiten Strophe. Diese Zeile kann als Ausdruck des weltweiten Christentums verstanden werden: Der Lobgesang kennt keine Grenzen und erklingt in der ganzen Welt. Die dritte Strophe schafft den Bezug zum eigenen Ich: „Stimmet aus Herzensdrang froh in den Lobgesang“. Die innere Haltung und persönliche Überzeugung werden im bildhaften Wort „Herzensdrang“ zusammengefasst.
Das „Gloria“ ist damit nicht nur ein Lied, sondern Ausdruck des inneren Drangs, Gott zu ehren und in den Lobgesang der Engel einzustimmen.
Rochlichs Melodie geht leicht ins Ohr und greift einen volkstümlichen Charakter auf, der für die damalige Zeit typisch ist. Das Wort „Gloria“ wird ausschließlich aus der Wortbetonung heraus gestaltet; diesen natürlichen Schwerpunkt unterstreicht Rochlich durch die Punktierung der Silbe „Glo“.
Auffällig ist, dass das insgesamt viermal erklingende „Gloria, Gloria, Gott in der Höh“ nicht wörtlich wiederholt wird. Alle vier Textzeilen erhalten eigene Melodieverläufe, die sich zwar ähneln, die Aussage jedoch jeweils neu akzentuieren. Die letzte Zeile endet beispielsweise mit einem Aufstieg zur Tonika (Grundton und zugleich der wichtigste Akkord eines Stück) auf der Phrase „Gott in der Höh“ und trägt den Klang am Schluss des Stückes symbolisch noch weiter nach oben.
In den Strophen treten Achtelläufe in die Melodie ein und bringen eine neue klangliche Farbe in das Stück. Im zweiten Teil der jeweiligen Strophenzeile jubiliert die Melodie nahezu: Die Achtelnoten bewegen sich im Rahmen der Grundharmonie B-Dur, steigen in gebrochenen Akkorden auf und sinken anschließend wieder zur Quinte des Akkordes ab.
Passenderweise thematisiert der zweite Teil jeder Strophe den Jubel: „singen so lieb und fein“, „Himmel und Erde klingt“ und „froh in den Lobgesang“. Wie könnte dieser Text angemessener gedeutet werden als durch so eine frohe, klingende und jubelnde Melodie?
Dieses Stück eignet sich sowohl zum einstimmigen Singen als auch zum Musizieren im Chor oder Ensemble. Die Liedzeilen markieren unmissverständlich die Atemzäsuren; das Tempo darf dabei schwingend sein. Der tänzerische Takt sollte ganztaktig verstanden werden. So erhält das Stück seinen Schwung, und der frohe Charakter wird unterstrichen.
Für ein Ensemble eignen sich verschiedene Instrumente: etwa ein Trio aus Flöte, Viola und Harfe. Auch mit Zither oder Veeh-Harfen wird das Stück zu einem weihnachtlichen Herzensstück im Konzert oder im Gottesdienst.
Spielen
Teste dein Wissen zu den Liedern des Evangelischen Gesangbuchs im Emoji-Quiz.