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Es wird nicht immer dunkel sein

Nr. 4 • EGplus
Nr. 82 • Neues Evangelisches Gesangbuch (Erprobung)

  • Durch Hohes und Tiefes /
  • Wo wir dich loben, wachsen neue Lieder

Das englische Weihnachtslied «God Rest Ye Merry, Gentlemen» aus dem 17. Jahrhundert diente wohl als Vorlage für Liedermacher Manfred Siebald. Er sang seine Fassung beim Caroling, dem weihnachtlichen Kurrendesingen, als er in den 1990er-Jahren als Gastprofessor in Atlanta lebte. Das Lied lädt dazu ein, Trost und Freude im Blick auf das Kind in der Krippe zu besingen und kann auch über die Weihnachtszeit hinaus zu vielen Gelegenheiten gesungen werden.

Text:

Manfred Siebald (*1948), (1997) 1998

ach dem englischen Weihnachtslied « God Rest Ye Merry, Gentlemen »

Melodie:

England, wohl aus dem 17. Jh.

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Wissenswertes zu "Es wird nicht immer dunkel sein"

Das englische Weihnachtslied «God Rest Ye Merry, Gentlemen», das als Vorlage diente, stammt wohl aus dem 17. Jh. Manfred Siebald sang es, als er 1996/1997 als Gastprofessor in Atlanta lebte, beim « Caroling », dem weihnachtlichen Kurrendesingen. Zurück in Deutschland wurde er von seinem Freund und Produzenten Gerhard Schnitter um ein internationales Weihnachtslieblingslied gebeten. So schuf er 1997 die deutsche Übertragung, die erstmalig im Liederbuch (und Album) Festival der Weihnachtslieder, herausgegeben von Gerhard Schnitter, (Hänssler Verlag: Neuhausen-Stuttgart 1998) erschien.

 

Über freikirchliche Gesangbücher und landeskirchliche Regionalanhänge verbreitete sich das neue Lied seit den 2000er-Jahren rasch.

 

- Liedrecherche von Christian Finke - 

In dem alten englischen Weihnachtslied wird – vielleicht von Nachtwächtern – die Weihnachtsgeschichte erzählt. Sie singen von den Hirten, den Engeln und dem Kind in der Krippe. Am Ende rufen sie zum Gotteslob.

 

In Siebalds Übertragung geht es nicht um eine wörtliche Übersetzung. Er verbindet den zentralen Aspekt „Trost und Freude“ mit einem Gedanken des Propheten Jesaja: „Es wird nicht dunkel bleiben über denen, die in Angst sind“ (Jes 8,23). Mitten in der Nacht wird Menschen Freude verkündet, mitten im Dunkel werden Menschen getröstet. Es sind Worte der Hoffnung. Sie gehen von Gott und dem in der Krippe liegenden Sohn aus. Daraufhin können wir dankbar und lobend antworten.

 

Dass Gott „den Himmel aufmacht“, wird schon im Adventslied „O Heiland, reiß die Himmel auf“ gesungen.

Die ruhig fließende, erzählende Melodie des traditionellen englischen Weihnachtsliedes ist in ihren Abschnitten immer eng aufeinander bezogen. So entsteht aus der formalen Verschränkung eine Klammer der Erinnerung. Die harmonische Spannung der Moll-Melodie korrespondiert mit dem scheinbar Bekannten und dem emotionalen Bezug: Am Ende der zweiten und der vierten Zeile wird zuerst die stärkere Dominanttonart erreicht (= es passiert etwas). Im späteren Verlauf zielen die Zeilenenden auf die gelassenere Subdominante (= es ist wie gewohnt). Die Schlusszeile kadenziert wie üblich (= es ist alles in Ordnung). Die einzelnen Melodiezeilen haben Tonumfänge von einer Quinte bis zu einer Oktave (56(56)868), der gesamte Ambitus ist mit einer None nur unwesentlich größer. Insgesamt ist dadurch die Melodie gut erlernbar.

Das Lied gehört in die Weihnachtszeit, kann aber zu allen Gelegenheiten gesungen werden, bei denen an das Kind in der Krippe gedacht wird, von dem Trost und Freude ausgehen. Gerade die erste Strophe ist geeignet, auch unabhängig von der weihnachtlichen Zeit gesungen oder gebetet zu werden. Im Konfirmandenunterricht oder in anderen katechetischen Zusammenhängen könnte es als „Mutmachlied“ ausgelegt und verwendet werden. Mit Ostinato-Formen und improvisatorischen Akkordklängen wird es auch in der Chorarbeit viel Freude machen.

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Choralandacht

Impulse aus der Reihe KIRCHE IM SWR

Nach den stillen Festtagen erklingt weiterhin die Weihnachtsbotschaft — eine Botschaft von Freude, Hoffnung und Erlösung. In seinem Beitrag „Es wird nicht immer dunkel sein“ lädt Christian Hartung die Hörerinnen und Hörer ein, sich auf diese tröstliche und ermutigende Botschaft einzulassen.

 

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Quelle: www.kirche-im-swr.de