Erd und Himmel sollen singen
Nr. 449 • Evangelisches Gesangbuch
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Dieses Lied gibt einer unbeschwerten, fröhlichen, elementaren Spiel- und Lebensfreude musikalischen Ausdruck. Seine Wurzeln liegen in einem traditionellen afroamerikanischen Spiritual. Es ist ein Lob- und Danklied, in dem die ganze Schöpfung zu Gottes Ehre klingt und mitsingt.
Text:
Strophe 1 und 2 nach dem Hymnus «Corde natus ex parentis» von Aurelius Clemens Prudentius um 405
Melodie:

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Wissenswertes zu "Erd und Himmel sollen singen"
„Singing with a sword in my hands“ ist ein traditioneller afroamerikanischer Spiritual, der aus dem religiösen und existenziellen Erfahrungshorizont der Sklaverei stammt und später in europäische Gesangbücher eingegangen ist.
Wilhelm Thomas und Konrad Ameln wollten mit ihrer Sammlung von „70 deutschen gottesdienstlichen Weihnachtsgesängen“ (1932) die Bedeutung des Weihnachtsfestes anhand von Motiven und Bildern alter (und neuerer) Lieder erläutern. Sie boten dazu auch eine Neugestaltung des sich auf Christus und Maria beziehenden Hymnus „Corde natus ex parentis“ von Aurelius Prudentius Clemens (348-405). In der dritten Strophe dieses neuen Liedes „Aus des Vaters Herz entsprossen“ fand Paul Ernst Ruppel Verse, die ihm geeignet waren, sie mit dem Spiritual „Singing with a sword in y hand“ zu verknüpfen. Ruppel war schon lange von dem Spiritual fasziniert, das das Singen „gleichsam als Waffe des Glaubens“ deutet. Er suchte zu der Melodie des Spirituals einen Weihnachtstext (eine Zeile des Spirituals lautet „The angels sing and I sing too.“) und formte dann 1956 zwei Strophen.
Die Strophen 1-2 erschienen 1956 das erste Mal für den Singkalender „Wir loben Gott“ 1957, Wuppertal. Die Strophe 3 von Paulus Stein (aus dem Jahr 1961) wurde in „Neue geistliche Lieder“, Liedblatt 7, Regensburg 1965 gedruckt.
- Liedrecherche von Christian Finke -
Das Lied ist ein zeitloses Gotteslob, das die Menschen mit der übrigen Kreatur verbindet (die Überschrift im Singkalender lautete „Juni“). Es erinnert mit seinem Aufruf an die gesamte Schöpfung, in einen ewigen („zu aller Zeit“) Jubel einzustimmen, an Psalmen, etwa Psalm 148, sowie an Jesaja 49,13 („Jauchzet, ihr Himmel; freue dich, Erde!“). (Im Hymnus des Prudentius und in der Übertragung durch Thomas/Ameln singen Engel Psalmen.) Die später hinzugekommene dritte Strophe von Paulus Stein fügt dem allgemeinen Lobpreis einen ermahnenden und imperativischen („lobe“, „diene“) Gedanken hinzu.
Die drei kurzen, je nach Zählweise des „Halleluja“-Rufs fünf- oder sechszeiligen Strophen sind aus sich wiederholenden, variierenden Zeilen gebaut: Die Zeilen 2 und 4 bilden das Gerüst, um das sich die Gedanken reihen. Die letzte(n) Zeile(n) bilden den Refrain.
Die pentatonische, offene und schwingende Melodie ist aus einer Spiritual-Melodie entwickelt. Sie beruht auf einer zweitaktigen Melodieformel, die im Prinzip fünfmal erscheint. Nur an einer Stelle wird sie – durch den Melodiehöhepunkt und die Verkürzung des Taktes hervorgehoben – durch den Ruf „Halleluja“ unterbrochen. Die Herkunft aus dem Gesang der auf den Feldern der Südstaaten der USA arbeitenden Sklaven ist dabei deutlich erkennbar.
Im Lied spiegeln sich eine unbeschwerte, fröhliche, elementare Spiel- und Lebensfreude. Es eignet sich sehr gut für Schule, Jugendarbeit und Unterricht. Ebenso kann es in Kinder-, Jugend- und Familiengottesdiensten, insbesondere zu Sonn- und Festtagen wie Jubilate, Kantate oder Erntedank, verwendet werden. Inhaltlich passt es zu Themen wie Lob und Dank, Natur und Jahreszeiten sowie zu Aspekten wie Singen, Halleluja und Spiritual.
Die „gerade“ Notation in Achteln verstellt bisweilen den Blick darauf, dass die Melodie – wie hier – auch gut triolisch (swingend) musiziert werden kann. Zugleich lädt die an Dreiklang und Pentatonik orientierte Melodie zu improvisatorischer Gestaltung ein.
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