Eine ruhige Nacht (Kanon)
Nr. 493 •
Evangelisches Gesangbuch
Nr. 32 • Neues Evangelisches Gesangbuch (Erprobung)
- Gotteslob
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Dieser Text ist seit Jahrhunderten Teil des klösterlichen und kirchlichen Lebens. Die Bitte entstammt dem Schlusssegen der Komplet (dem Nachtgebet) in der Tagzeitenliturgie. Der beliebte und beruhigende Kanon eignet sich gut als Abschluss von Abend- oder Nachtveranstaltungen. Er kann ein gesprochenes Abend- oder Nachtgebet eröffnen oder rahmen.
Text:
aus der Komplet
Melodie:

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Wissenswertes zu "Eine ruhige Nacht (Kanon)"
Der Text ist seit Jahrhunderten Teil des klösterlichen und kirchlichen Lebens. Spätestens seit dem frühen Mittelalter sind klösterliche Liturgie bezeugt (u. a. in der Regel des Benedikt von Nursia, 6. Jh.). Die Stundengebete insgesamt gehen auf jüdische Gebetszeiten zurück, wurden im Mönchtum zur Tagzeitenliturgie ausgeformt und in der Reformation in vereinfachter Form in den evangelischen Gottesdienst- und Gebetsgebrauch übernommen. Die Bitte „Noctem quietam et finem perfectum concedat nobis Dominus omnipotens“ entstammt dem Schlusssegen der Komplet (dem Nachtgebet) in der Tagzeitenliturgie.
- Liedrecherche von Markus Leidenberger -
Der Segen der Komplet im Gotteslob (Ausgabe 2013, Nr. 665) lautet: „Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende gewähre uns der allmächtige Herr. Amen.“ Der Segen der Komplet im Evangelisches Gesangbuch (Ausgabe 1993, Nr. 786.16) lautet: „Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist. Amen.“ Der Kanontext findet sich im Evangelischen Gesangbuch in der Bereitung zum Nachtgebet (Ausgabe 1993, Nr. 786.1): „Eine ruhige Nacht und ein seliges Ende verleihe uns der Herr, der Allmächtige. Amen.“ Damit wird deutlich, dass Lahusen das reformatorisch wichtige Wort „gnädige“ selbst eingefügt hat.
Die Melodie gibt dem unregelmäßig gebauten Text (6–7–4–9 Silben) einen gliedernden Rahmen. Sie verbindet ruhige Passagen mit bewegteren Abschnitten. Schrittweise und mit kleinen Sprüngen führt sie über mehrere Zeilen aus einer tiefen Lage zum oberen Grundton. In der letzten Zeile kehrt sie mit lebhafterer Bewegung wieder zum Ausgangston zurück. Die erste Zeile endet mit einer kurzen Viertelpause, die beruhigend wirkt. Die dritte und vierte Zeile setzen jeweils früher ein. So kann die sehr kurze dritte Zeile musikalisch gedehnt werden, während die vierte genügend Raum für ihren längeren Text erhält. Dabei wird in der dritten Zeile eine Silbe über mehrere Töne geführt (eine gedehnte Tonfolge), die zum Höhepunkt hinleitet. Die vierte Zeile kann dadurch ihre vielen Silben gut unterbringen und führt dennoch zurück zur Ruhe der ersten Zeile.
Der c-Moll-Dreiklang bildet Anfang und Schluss und wird durch die für eine Kadenz typischen harmonischen Schritte ergänzt. Am Ende hellt sich der Klang durch die Dur-Terz (e statt es) auf und lässt die Melodie versöhnlich ausklingen.
Der Kanon eignet sich gut als Abschluss von Abend- oder Nachtveranstaltungen. Er kann ein gesprochenes Abend- oder Nachtgebet eröffnen oder rahmen. Zunächst einstimmig gesungen, kann er ein mehrteiliges Gebet strukturieren. Auch kann er an die Stelle einer ausführlicheren Komplet treten.
In einer Betrachtung des vertonten Textes lassen sich die unterschiedlichen Formulierungen im evangelischen und katholischen Stundengebet vergleichen, insbesondere die Nuancen von „seligem“ und „gutem“ Ende. Zudem bietet sich ein Gedankengang zur Verbindung von Nacht und Lebensende an sowie zur Bedeutung der eingefügten Anrede des „gnädigen“ Gottes.
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