Du bist da, du bist da
Nr. 91 •
freiTöne
Nr. 140 • Neues Evangelisches Gesangbuch (Erprobung)
- freiTöne /
- Durch Hohes und Tiefes /
- Kommt atmet auf /
- Singt Jubilate /
- EGplus
- 0 Besucher lieben dieses Lied
- 0 Besucher hören dieses Lied gerne
- 0 Besucher singen dieses Lied gerne
- 0 Besucher kannten dieses Lied noch nicht
Das Besondere an diesem Lied: In den ersten acht Tönen kommt die Melodie mit nur einer einzigen Tonhöhe aus. Ruhig und meditativ unterstreicht sie so klanglich die tröstliche Dimension der Gottesgegenwart – das „Du bist da“. Entstanden im Rahmen einer Liederwerkstatt zum Deutschen Evangelischen Kirchentag, hat sich dieses klangschöne und harmonisch farbige Lied rasch verbreitet und Eingang in zahlreiche Gesangbücher gefunden.
Text:
Melodie:

Landkarte der Liedschöpfer:innen
Spannende Hintergründe zu den beteiligten Personen und ihren Lebenswegen entdecken.
Passende Stichworte zum Weiterstöbern
Wissenswertes zu "Du bist da, du bist da"
Text und Melodie entstanden 2004 im Rahmen einer Liederwerkstatt zum Deutschen Evangelischen Kirchentag: Das Lied wurde im Kontext des Kirchentags 2005 verbreitet (u. a. CD „Du bist da – Lieder zum Kirchentag 2005“, edition chrismon). Von dort aus fand das Lied Eingang in verschiedene kirchliche Liederhefte und gottesdienstliche Gebrauchszusammenhänge. Es ist aktuell in über 13 Gesangbüchern enthalten, teils mit dem vierstimmigen Chorsatz des Komponisten (siehe Kirchentagsliederheft freiTÖNE, DEKT 2017).
Grundlage des Liedtextes ist Psalm 139. Jan von Lingen gestaltet daraus einen vierfach angelegten Kehrvers: Nach dem identischen Anfangssatz „Du bist da, du bist da, bist am Anfang der Zeit …“ folgt jeweils ein variierter zweiter Vers, bevor der Kehrvers mit gleichbleibenden Formulierungen weitergeführt wird („Bist am lichten Tag …“). Auf diese Weise verbindet der Refraintext Wiedererkennbarkeit mit jeweils neuen inhaltlichen Akzenten.
Der Liedtext insgesamt ist keine wörtliche Psalmübertragung, sondern eine freie poetische Paraphrase. Er konzentriert sich insbesondere auf die tröstliche Dimension der Gottesgegenwart. Zentrale Psalmgedanken – Gottes Allgegenwart, sein Wissen um den Menschen und seine Begleitung durch Licht und Dunkel – werden in zeitgenössische Bilder übertragen. Zwischen den vier ausführlichen Kehrversen stehen drei Strophen, die den Psalmtext weiter entfalten. Auffällig ist die Refrain-Dominanz: Der vierfach wiederkehrende Kehrvers („Du bist da …“) bildet das eigentliche Zentrum des Liedes; durch die Variation der zweiten Zeile entfaltet sich der Inhalt schrittweise und setzt jeweils einen inhaltlichen Schwerpunkt, der in Beziehung zur nachfolgenden Strophe tritt.
In manchen Liederbuchausgaben hat sich im dritten Kehrvers im zweiten Satz ein Druckfehler eingeschlichen, der sich durch mehrere Gesangbücher fortgesetzt hat. Statt „das Rätsel im Leben“ muss es korrekt heißen: „das Rätsel des Lebens“, was in der vorliegenden Ausgabe des neuen Gesangbuchs berücksichtigt wurde.
Die Melodie greift die Gliederung des Textes in Kehrvers und Strophen auf und gestaltet sie durch einen markanten, harmonisch angereicherten Wechsel der Tonarten (Kehrvers in D-Dur, Strophen in F-Dur). Durch die Rückung nach oben in den Strophen erfährt die Melodie eine klangliche „Aufhellung“. Der Charakter des Liedes bleibt dabei ruhig und meditativ. Auffällig sind die Tonwiederholungen zu Beginn des Refrains, die die Beständigkeit der Textaussage („Du bist da“) gleichsam tonmalerisch unterstreichen. Der Tonumfang von einer Dezime wird in alle Lagen ausgereizt; besonders die hohen Zielpunkte verbinden sich häufig mit markanten Textakzenten. Die Strophe endet harmonisch offen auf einem Dominantseptakkord und drängt damit zum erneuten Einsatz des Refrains. Die Melodie verlangt ein langsam fließendes Tempo (♩ = 88–96) und entfaltet dabei eine ruhige, meditative Wirkung.
Psalm 139 ist im Kirchenjahr als Wochenpsalm für den 6. Sonntag nach Trinitatis vorgesehen. So kann dieses Lied als Psalmlied bereits zu Beginn des Gottesdienstes erklingen. Verse aus Psalm 139 werden zudem häufig bei Taufen, Eheschließungen oder anderen Lebensübergängen ausgewählt; auch hier kann das Lied Verwendung finden und den einzelnen Vers in einen größeren Zusammenhang stellen.
Da das Lied nicht kurz ist, empfiehlt sich im Blick auf den Tonartwechsel zunächst eine Aufteilung zwischen Gemeinde (Kehrvers) und Chor oder Vorsängergruppe (Strophen). Wie bei anderen Liedern – etwa „Ich lobe meinen Gott, der aus der Tiefe mich holt“ – wird die Gemeinde den Tonartenwechsel jedoch rasch bewältigen und bald das gesamte Lied mitsingen können, zumal die Melodie sehr eingängig ist und durch ihre wiederkehrenden Elemente leicht erschlossen wird.
Spielen
Teste dein Wissen zu den Liedern des Evangelischen Gesangbuchs im Emoji-Quiz.