Die Sonne ist am Horizont verschwunden [Regionalteil]
Nr. 131 •
Singt von Hoffnung
Nr. 302 RT Bayern-Sachsen • Neues Evangelisches Gesangbuch (Erprobung)
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Ein stimmungsvolles Abendgebet für den Tagesausklang: In seinem ruhigen musikalischen Fluss verbindet das Lied Dank, Bitte und Vertrauen. Die Wir-Form öffnet den Blick auf die Gemeinschaft der Betenden und lädt dazu ein, das eigene Gebet als Teil des Gebets vieler zu verstehen und sich darin verbunden und getragen zu wissen.
Text:
Melodie:

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Wissenswertes zu "Die Sonne ist am Horizont verschwunden [Regionalteil]"
Der Liedtext zitiert mit seiner ersten Zeile ein Lied von Christian Friedrich Leberecht Strack (1781–1852), ist jedoch in Strophenform und inhaltlicher Entfaltung vollständig eigenständig. Verfasst wurde er von der Dresdner Ärztin Gisela Kandler. Als die sächsische Landeskirche ein neues Liederbuch erarbeitete, das 2008 unter dem Titel Singt von Hoffnung erschien, reichte sie mehrere Liedtexte ein, von denen einige aufgenommen wurden, darunter auch der vorliegende. Mit der Komposition der Melodie wurde André Engelbrecht beauftragt, Dozent für Popularmusik an der Hochschule für Kirchenmusik Dresden.
- Liedrecherche von Christian Kollmar -
Die Sprache des Liedes strahlt eine Atmosphäre der Ruhe aus, ihr Klang und ihr Rhythmus fließen in relativ langen Liedzeilen. Die erste Strophe stellt uns ein Bild der Nacht vor Augen – beruhigend, weil alltäglich: Die Sonne ist untergegangen, das Licht im Haus erloschen. Von hier aus wird das Lied zum Gebet: Mit Strophe 2 und 3 danken die Betenden für alle Bewahrung am vergangenen Tag und für die Erholung in der bevorstehenden Nacht. Mit Strophe 3 und 4 halten sie Fürbitte für alle, die auf Hilfe angewiesen sind, und für alle, die in der Nacht arbeiten, um zu helfen. So lädt das Lied zu einer dankbaren Lebenshaltung ein, die Tag und Nacht aus Gottes Hand empfängt, ja das Wohl der ganzen Erde Gott anvertraut: Mit der letzten Strophe blicken die Betenden über die Nacht hinaus auf den kommenden neuen Tag und sehen darin Gottes Schöpferkraft wirken.
Die ruhige Atmosphäre, die bereits im Klang des Textes präsent ist, wird durch die Melodie aufgenommen und verstärkt. Sie gliedert sich in zwei gleichmäßige Teile. Harmonisch führen die ersten beiden Liedzeilen von E-Dur (Grundtonart) zu H-Dur (Dominante), die zwei abschließenden Zeilen führen von dort wieder zurück zum Grundton E. Rhythmisch fließt die erste Hälfte des Liedes in gleichmäßigen Viertel- und Achtelketten, die zweite Hälfte behält diesen Gestus auch da, wo durch Achteldurchgänge, Achtelauftakte und Punktierung erlebbar wird, wie lebendig diese Ruhe ist. Dem entspricht auch der melodische Verlauf: Die Melodie bewegt sich vornehmlich in gleichmäßigen Tonschritten; wo Tonsprünge hinzutreten, meist am Beginn und am Ende der Liedzeilen, sorgen sie nicht für Unruhe, sondern öffnen einen großen Spannungsbogen, der den Charakter des Abendgebets aufnimmt: Tag und Nacht, ja das Ganze des Lebens empfangen die Singenden aus Gottes Hand.
Das Lied ist ein Abendgebet in der Wir-Form. Selbstverständlich kann es auch für das persönliche Gebet am Abend genutzt werden; gerade dann hilft es, sich im Beten mit der Gemeinschaft aller Glaubenden verbunden zu wissen. Zugleich lädt die Wir-Form des Textes von vornherein zum gemeinsamen Singen und Beten ein – überall dort, wo der Tagesabschluss gemeinschaftlich erlebt und gestaltet wird, sei es im privaten oder im gemeindlichen Rahmen.
Aufgrund seiner eingängigen und elementaren Melodie eignet sich das Lied sowohl für die Ausführung mit instrumentaler Begleitung als auch für das Singen a cappella. In liturgischen Zusammenhängen, etwa bei einer Abendandacht oder einem Nachtgebet, kann es zudem mit gesprochenen Texten verbunden werden, die das Gesungene konkretisieren oder vertiefen, beispielsweise in der Mitte des Liedes zwischen Dank und Fürbitte.
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