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Die Erde dürstet nach Regen

Die Zutaten dieses Liedes sind ein Wechselgesang zwischen Vorsänger und Gemeinde, vom Blues inspirierte Melodiebögen und die uralte Rorate-Bitte: Gott möge wie Regen vom Himmel kommen und der Erde Heil, Frieden und Gerechtigkeit bringen. Denn die Erde dürstet nach Regen – und wir Menschen dürsten nach Gott, Licht und Gerechtigkeit. Ein gesungener Gebetsruf: „Mach unsre Erde neu!“

Text:

Frieder Dehlinger (*1963), 2018/2021

Melodie:

Frieder Dehlinger (*1963), 2018/2021

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Wissenswertes zu „Die Erde dürstet nach Regen“

Das Lied entstand während des Dürresommers 2018 und wurde 2021 im Liederheft weiter singen im Strube-Verlag veröffentlicht.

Die drei Strophen verbinden den Durst der Erde nach Regen mit dem spirituellen Dürsten des Einzelnen und der Gemeinde nach Gerechtigkeit in Gottes neuer Welt. Strophe 1 nimmt Bezug auf Mt 5,6: „Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit.“ Strophe 2 spielt auf die in der Bibel weitverbreitete Sehnsucht nach dem Morgen an (Ps 130; Jes 21,11). Diese Klage und Bitte bezieht sich häufig auf Gottes Neuschöpfung am Ende der Zeit (Röm 13,12; 1 Thess 5,4 ff.; Offb 22,16). Strophe 3 folgt 2. Petr 3,13 und damit der adventlichen und pfingstlichen Erwartung eines neuen Himmels und einer neuen Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt.

Die zweiteilige Moll-Melodie weist Anklänge an Bluesmelodien auf. Sie ist als einfaches Call-and-Response-Lied gestaltet: Auf den Gesang einer vorsingenden Person, einer Schola oder einer Singgruppe antwortet jeweils die Gemeinde. Der erste, beschreibende Melodiebogen steigt zum Grundton hinab. Der zweite Teil – das Gebet an den Geist um Regen, Licht und Gerechtigkeit – steigt zum Grundton in der oberen Oktave hinauf. 

Die dreimalige Bitte „Komm, Heilger Geist“ knüpft an den Sonntag Exaudi und an Pfingsten an. Aufgrund des Rorate-Motivs – der Bitte, dass Gott wie Regen vom Himmel kommt und der Erde Heil, Frieden und Gerechtigkeit bringt (vgl. Jes 45,8) – lassen sich die Strophentexte auch adventlich lesen: „Träufelt, ihr Himmel, von oben, und ihr Wolken, regnet Gerechtigkeit!“ Das Lied bildet damit ein zeitgenössisches Echo auf „O Heiland, reiß die Himmel auf“. Mit der Bitte „Mach unsre Erde neu“ kann es außerdem am Ende des Kirchenjahres, während der Friedensdekade und am Ewigkeitssonntag gesungen werden.

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