Dass Himmel und Erde dir blühen (Kanon)
Nr. 197 • freiTöne
- Durch Hohes und Tiefes /
- Himmel, Erde, Luft und Meer /
- Kommt atmet auf /
- Singt Jubilate /
- EG-Regionalteil Württemberg
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Dieser Kanon ist ein kleines Meisterwerk mit großem Tonumfang. Er kann als Geburtstagsgruß erklingen, aber auch als gesungene Segensbitte zu anderen Gelegenheiten sowie als gegenseitige Ermutigung oder Sendung.
Text:
Melodie:

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Wissenswertes zu "Dass Himmel und Erde dir blühen (Kanon)"
Das Kanon entstand im Jahr 1990 und wurde zunächst in Veröffentlichungen des Verlags Singende Gemeinde (Wuppertal) herausgebracht, dem Verlag des Christlichen Sängerbundes, bei dem der Komponist Herbert Beuerle als Singwart tätig war. Schnell fand es weitere Verbreitung.
- Liedrecherche von Thomas Schmidt -
Der Liedtext ist ungewöhnlich, denn er besteht aus einem mehrfachen Nebensatz, dem ein vorausgehender Hauptsatz fehlt, etwa: „Ich wünsche dir, dass …“. Dennoch vermisst man den Hauptsatz nicht, da er gewissermaßen im Kopf entsteht, ohne ausgesprochen zu werden. Die Wünsche beginnen im Sichtbaren (Erde und Himmel), werden dann emotional (Freude) und geheimnisvoll (Wunder), bevor sie im Abstrakten und zugleich wieder Konkreten ankommen (Frieden für Seele und Leib). Das ist umfassender und weitaus poetischer als „Gesundheit und Frohsinn“ im Kanon „Viel Glück und viel Segen“.
Die vier Textzeilen stehen im Dreierrhythmus (Daktylus); sie weisen zunächst weibliche (unbetonte), dann männliche (betonte) Endungen auf. Im Originaltext gibt es keine Wiederholung von „für Wunder“; sie wurde aus musikalischen Gründen vom Komponisten Herbert Beuerle eingefügt. Er schrieb am Ende der dritten Zeile – anders als in den ersten beiden – kein Melisma, sondern blieb im syllabischen Duktus. Dafür benötigte er mehr Silben und wiederholte „für Wunder“. Dieser kleine Eingriff in den Text verleiht den „Wundern“ ein stärkeres Gewicht.
Zunächst fällt der große Tonumfang gleich zu Beginn auf: Die Melodie springt vom Grundton bei „Erde“ zum Oktavton bei „Himmel“. Auch in der Schlusszeile geschieht dies noch einmal bei „Friede“. Damit werden die zentralen Worte des Textes deutlich „markiert“. Dazwischen bewegen sich „Freude“ und „Wunder“ in abwärts geführten Wendungen. Im mehrstimmigen Kanongesang entstehen dabei Terzparallelen, wodurch diese Inhalte musikalisch miteinander verknüpft werden. In den jeweiligen Schlusstakten der zweiten und dritten Kanonzeile findet sich ein punktierter Rhythmus („Mühen“ / „Wunder dir bleib“); zugleich stellen diese beiden Takte eine musikalische Umkehrung dar. Beim Wort „Frieden“ erklingt der längste Ton der Melodie – gewissermaßen ein Ruhepunkt bzw. musikalisch dargestellter Friede.
Herbert Beuerle erweist sich hier als Meister der kleinen Form: Auf dem engen Raum eines kurzen Kanons deutet er den Textinhalt musikalisch mit sparsamen, aber feinsten Mitteln aus.
Dieser Kanon eignet sich gut als Geburtstagslied, aber auch als gesungene Segensbitte zu anderen Gelegenheiten sowie als gegenseitige Ermutigung innerhalb einer Gruppe.
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