Danke für die Sonne
Nr. 94 •
EGplus
Nr. 190 • Neues Evangelisches Gesangbuch (Erprobung)
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Während eines Spaziergangs über die Felder – in einer Zeit, als es der Autorin nicht gut ging – entstand dieses Danklied. Der Blick in die Weite, zur Sonne und zu allem, was von Gott kommt, öffnete der Autorin das Herz für eine neue Dankbarkeit. Allein in den Strophen erklingt das schlichte Wort „Danke“ 22-mal und prägt so den Charakter des Liedes. Es ist ein ruhiges und zugleich hoffnungsvolles Lied, das durch seine eingängige Melodie und den leicht mitsingbaren Refrain besticht. Nachdenkliche, teils melancholische Strophen verbinden sich mit einem aufstrahlenden Refrain und laden dazu ein, die kleinen wie großen Geschenke des Lebens neu wahrzunehmen.
Text:
Melodie:

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Wissenswertes zu "Danke für die Sonne"
Das Lied entstand im Jahr 2008 während eines Spaziergangs über die Felder, in einer Zeit, in der es der Autorin nicht gut ging. Der Blick in die Weite – zur Sonne und zu allem, was von Gott kommt – öffnete ihr Herz für eine neue Dankbarkeit. Musikalisch steht das Lied bewusst in der Spannung zwischen melancholischem Moll und zuversichtlichem Dur und spiegelt so Freude und Leid des Lebens: Aus einer Not heraus entstanden, führt es hin zu neuem Licht.
- Liedrecherche von Jochen Arnold -
Der Text ist gekennzeichnet durch ein dreimaliges, dreifaches „Danke“ in den Strophen 1 und 2 bzw. durch ein sechsfaches „Danke“ in Strophe 3, das dann direkt in den Refrain mit einem weiteren sechsfachen „Danke“ mündet. Der persönlich formulierte Text ist prinzipiell ungereimt und beginnt mit der Betrachtung des Himmels („über mir“) und der Erde („unter mir“). Am Ende steht zusammenfassend die ästhetische Trias „Schönheit, Farben, Licht“. Strophe 2 wendet sich den Emotionen des menschlichen Lebens zu – Lachen und Weinen –, wobei die Tränen klanglich mit dem Regen aus Strophe 1 korrespondieren. Zugleich öffnet sich hier der Blick auf die Mitgeschöpfe: von den Tieren hin zu den Menschen (Freundschaft und Vertrauen). Erst Strophe 3 richtet den Fokus auf die großen „geistlichen Schätze“ (siehe A. Adams-Frey): ausgehend von den leiblichen Gütern wie Frieden und Bewahrung im Hier und Jetzt bis hin zu den geistgewirkten Dimensionen von Glaube, Gnade, Vergebung und Kreuz. Damit treten Jesus Christus und sein Heilswerk in den Blick. In dieser Perspektive lassen sich auch die reformatorischen „Soli“ (Glaube, Gnade, Christus, Wort) wiedererkennen.
Alle Strophen münden in einen (Dur-)Refrain, der mit einer doppelten Trias arbeitet: „Leben, Liebe, Augenblick“ sowie „Freiheit, Freude, Musik“. Auffällig ist dabei, dass jeweils die ersten beiden Begriffe durch Alliteration (aufeinander folgende Wörter mit demselben Anfangslaut) verbunden sind, während die dritten Begriffe einen Endreim bilden. Insgesamt entfaltet das Lied 30 „Güter“, für die gedankt werden kann – gleichsam eine große Perlenkette, über die nachzusinnen sich lohnt.
Die Melodie der Strophe besteht aus 4+4 (+4) Takten. Die ersten vier Takte stehen in e-Moll, das sich punktuell nach D-Dur wendet, und werden rhythmisch und melodisch (harmonisch) exakt wiederholt. Die Melodie umspannt vier Töne und bleibt im Tonraum zwischen d und g. Erst im dritten Teil (nur in Strophe 1 und 2) öffnet sich die Melodie zum a und h (mündend in einen Halbschluss). Dabei ändert sich auch punktuell der Rhythmus. Die eigentliche musikalische Veränderung und Entwicklung geschieht jedoch erst im Refrain, der sich nach E-Dur öffnet. Zu Beginn (erste zwei Viertel) wird der Rhythmus des dritten Strophenteils (Takt 9) übernommen. Die innere Öffnung (Staunen) wird jedoch durch einen Quintsprung beim ersten „Danke“ im Refrain ausgedrückt, womit gleichsam Staunen und Freude abgebildet werden, die in den Strophen nicht sichtbar waren.
Die Autorin selbst nimmt diese Spannung wahr und beschreibt ihren Song nicht als „happy-clappy“, sondern als melancholisches Lied.
Das Lied ist sowohl am Sonntag als auch im Alltag, im Gottesdienst, in der Andacht und in der persönlichen Betrachtung wertvoll. Dankbarkeit beginnt mit der sinnlichen Wahrnehmung der Natur und des eigenen Lebens, mit dem Öffnen von Augen und Ohren sowie mit einem Staunen über das, was selbstverständlich scheint.
Alles, was im Lied genannt wird, als Geschenk zu betrachten, dürfte für viele Menschen unterschiedlicher Herkunft und Prägung eine Motivation darstellen. So lädt das Lied zu einer Meditation über das Geschenk des Lebens ein – gerade an dunkleren Tagen. Dankbarkeit erscheint dabei als spirituelle Ästhetik, als Wahrnehmungskunst des Schönen und Guten im Hier und Jetzt – trotz allem, was schwer ist (Regen, Tränen usw.).
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