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Con alegria lasst uns singen

Nr. 112 • Wo wir dich loben, wachsen neue Lieder

„Con alegría“ – „mit Freude“: Dazu lädt dieses Lied mit seiner schwungvollen Melodie und seinen lebendigen lateinamerikanischen Rhythmen ein. Es verbindet die Freude am Glauben mit der Hoffnung, Leid zu verwandeln und in Liebe zu handeln. Ob mit Chor, mit Perkussion oder einfach einstimmig gemeinsam: Energie und Puls dieses Liedes sind einfach ansteckend.

Text:

Manuela Schnell (*1962), 2016

deutsche Übertragung

Martina Weiland (*1954), 2016

deutsche Übertragung

Heber Romero (*1954), 19180

Originaltext zu „Con alegría te queremos loar“ Strophe 1

Rubén Hernández Díaz, 1988

Originaltext zu „Con alegría te queremos loar“ Strophe 2 und 3

Melodie:

Heber Romero (*1954), 1980/1998

Strophe 1

Satz:

Heber Romero (*1954)

Bibelstellen:

Joh 14,6
Neh 8,12
Phil 2,2
Ps 119,46
1. Mose 3,16-19

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Wissenswertes zu „Con alegria lasst uns singen“

Heber Romero schrieb 1980 die erste Strophe; 1988 kamen die Strophen 2 und 3 von Rubén Hernández Díaz hinzu. Das Lied ist Teil einer liturgia criolla*, einer populären Gottesdienstform in Mexiko. 1988 erschien das Lied im Himnario Evangélico Presbiteriano, einem in Mexiko-Stadt herausgegebenen evangelischen Gesangbuch, sowie 1988 und 1989 in drei weiteren spanischsprachigen Gesangbüchern. Die deutsche Fassung des Liedes entstand für die in Kuba erarbeitete Liturgie des Weltgebetstags der Frauen 2016. 

 

*Liturgia criolla bedeutet wörtlich „kreolische Liturgie“, sinngemäß eine Gottesdienstgestaltung, die in der heimischen lateinamerikanischen Kultur und Musik verwurzelt ist.

Das Lied fordert nicht nur zum Singen auf (vgl. Paul Gerhardts „Du meine Seele, singe“), sondern dazu, es mit Freude zu tun. Die Schlüsselwörter „Con alegría“ (mit Freude) bleiben unübersetzt. In den spanischen Gesangbüchern stehen bei dem Lied einige Bibelstellen, darunter Neh 8,12. Nach der Rückkehr aus dem babylonischen Exil fordert Esra nach einer stundenlangen Tora-Lesung seine Zuhörer auf, ein Freudenfest zu feiern, denn „die Freude am Herrn ist unsre Stärke“, und „alles Volk ging hin, um … ein großes Freudenfest zu feiern …“. In Phil 2,2 freut sich der Apostel, wenn die Gemeinde einmütig beisammen bleibt. In Ps 119,46 spricht der Beter von der Freude an den Geboten Gottes. „In Liebe handeln wir“ ist davon ein Echo. Bei „das Leid verwandeln wir“ sagt das spanische Original: „Um die Armen und Verlorenen zu retten, arbeiten wir …“ Das ist genauer, politischer.

 

Die 2. Strophe spricht von Arbeit und Not, die Gott in unsre Hände gelegt hat (Gen 3,16–19). Antrieb, das alles in die Tat umzusetzen, ist die Hoffnung, mit harter Arbeit den Lebensunterhalt zu schaffen.

 

Das weltweite Band, durch das in der 3. Strophe Freude und Leid mit jedem Land geteilt werden, ist die klassische Position des Weltgebetstags der Frauen, hat aber am spanischen Liedtext keinen Anhalt.

 

Der Kehrvers lässt Jesu Ich-bin-Wort aus Joh 14,6 anklingen.

Die Melodie ist stilistisch nicht leicht einzuordnen: sie ist ein Mix aus klassisch lateinamerikanischer Volksmusik mit afrokubanischer und kreolischer Rhythmik, aber auch aus europäischen Elementen wie französischem Chanson und Klezmer. Man kann sich eine Bossa-Nova-, Salsa-, Samba-, Rock- oder auch Jazz-Version des Liedes vorstellen. Am Ende kommt es auf die Begleitung an, die eines der Elemente besonders betont. 

 

Die Melodie ist freudig und rhythmisch sehr belebt. Die Strophen in Moll sind regelmäßig gegliedert; der Melodieteil der ersten beiden Zeilen wird wiederholt. Der Kehrvers beginnt mit Dur-Harmonien und bewegt sich – dramaturgisch wirkungsvoll – aus einer sehr tiefen Lage zurück in die Ausgangstonlage und zur Moll-Tonalität. Ein mehrstimmiges Angebot steigert die Wirkung des zweiten Kehrversteils, der sogar wiederholt wird. Der Puls und die Energie dieser Dramaturgie sind unbedingt ansteckend.

Das Lied lädt, wie grundsätzlich alle Refrainlieder, dazu ein, Strophen und Kehrvers im Wechsel zwischen einem Chor oder einer Solistin und der Gemeinde zu singen. Natürlich bieten sich die lateinamerikanischen Rhythmen zum Einsatz von Perkussionsinstrumenten an, die das gemeinsame Singen beleben und den freudigen und belebten Ausdruck des Liedes unterstützen.

Liedrecherche: Bernhard Leube

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