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Christus, dein Licht | Jésus le Christ (Taizé)

Nr. 137 • EGplus

  • Durch Hohes und Tiefes /
  • Kommt, atmet auf /
  • Wo wir dich loben, wachsen neue Lieder

Der mehrstimmige Liedruf ist ein Trost- und Lichtgesang. Besonders im Singen mit seinen vielen vertiefenden Wiederholungen erinnert er uns eindringlich an das Vertrauen auf Christus als „Licht der Welt“ und mahnt dazu, dieser Zusage vor den Dunkelheiten und den Anklagen des Herzens den Vorzug zu geben.

Text:

Jacques Berthier (1923 – 1994), 1992

Melodie:

Jacques Berthier (1923 – 1994), 1992

Satz:

Jacques Berthier (1923 – 1994)

Bibelstellen:

1. Joh 1,6-7
1. Joh 8,12

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Wissenswertes zu „Christus, dein Licht | Jésus le Christ (Taizé)“

In den Veröffentlichungen der Communauté taucht der Liedruf erstmals 1992 auf, von Beginn an in französischer Sprache. Erst nach 2025 wurden ihm weitere Übersetzungen beigegeben (aktuell insgesamt elf). Die deutsche Übertragung weicht deutlich von der französischen „Urfassung“ ab. Christus, dein Licht gehört zu den häufig gesungenen und in die meisten Sprachen übertragenen Taizé-Gesängen. 

Die französische Originalfassung (Jésus le Christ, lumière intérieure, / ne laisse pas mes ténèbres me parler. / Jésus le Christ, lumière intérieure, / donne-moi d’accueillir ton amour.) lautet in wörtlicher Übersetzung ins Deutsche: „Jesus Christus, inneres Licht, lass nicht zu, dass meine Dunkelheiten zu mir sprechen. Jesus Christus, inneres Licht, gib mir die Fähigkeit, deine Liebe aufzunehmen.“ In freier Übertragung wird der Gesang so gesungen: „Christus, dein Licht verklärt unsre Schatten, / lasse nicht zu, dass das Dunkel zu uns spricht. / Christus, dein Licht, erstrahlt auf der Erde / und du sagst uns: Auch ihr seid das Licht.“

 

In der Gemeinschaft von Taizé betont man immer wieder, wie wichtig es sei, ehrlich mit sich selbst zu sein, sich zugleich aber von den eigenen Fehlern, Versäumnissen und Schwächen nicht aufhalten oder gar lähmen zu lassen. Wer das beherzigt und Christus mehr vertraut als den eigenen inneren Stimmen und Anklagen, kann selbst zum „Licht der Welt“ werden (vgl. Matthäus 5,14). Eine enge inhaltliche Verwandtschaft besteht zu einem Vers aus dem ersten Johannesbrief (3,20): „Wenn uns auch unser Herz verurteilt, so ist doch Gott größer als unser Herz.“ Vgl. auch: „Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes“ (Lukas 9,62).

Die Melodie beginnt auftaktig mit einer synkopisch-flotten Anrede und Zuschreibung (Jésus le Christ, lumière intérieure). Sie wird im zweiten Teil leicht variiert wiederholt: die Anrede in Moll, der Titel in Dur. Im ersten Durchgang wird anschließend um Abwehr gebeten: Die dunklen Schatten sollen verstummen. Überraschend endet die Bitte in Fis-Dur und nimmt damit gleichsam schon die Befreiung von den dunklen Schatten vorweg. Im zweiten Durchgang wird um Zuwendung gebeten: Gib mir die Fähigkeit, deine Liebe aufzunehmen. Diese Bitte endet, ebenso wie die Christus-Anrede, in h-Moll (harmonisch) und so schließt sich der Kreis und die Singenden beginnen erneut von vorn. 

Der Liedruf ist ein Trostgesang und eine Erinnerung daran, Christus mehr zu vertrauen als sich selbst, dem Vorbild Jesu mehr Glauben zu schenken als den eigenen Einsprüchen und der Zusage Christi den Vorzug vor den Anklagen des Herzens zu geben. Er bittet um die Fähigkeit, die Liebe und das Licht Christi zu empfangen. Insofern eignet sich der Liedruf für Gottesdienste mit Buß- oder Trostcharakter. Seine volle, auch meditative Wirkung entfaltet er besonders dann, wenn er mehrmals wiederholt wird.

Liedrecherche: Christoph Schilling

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