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Zehntausend Gründe  | 10.000 Reasons

Nr. 169 • Wo wir dich loben, wachsen neue Lieder
Nr. 346 RT Bayern-Sachsen • Neues Evangelisches Gesangbuch (Erprobung)

Dieses Lobpreislied entstand während einer nächtlichen Songwriting-Session in London. Heute zählt es zu den meistgespielten Worship-Songs des 21. Jahrhunderts und wurde in über 60 Sprachen übersetzt – darunter auch ins Deutsche als „Zehntausend Gründe“.

Text:

Jonas Myrin (*1982), 2011
Matt Redman (*1974), 2011

Melodie:

Jonas Myrin (*1982), 2011
Matt Redman (*1974), 2011

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Wissenswertes zu "Zehntausend Gründe  | 10.000 Reasons"

Matt Redman und Jonas Myrin schrieben das Lied während einer gemeinsamen Arbeitssession in London, die sich bis weit in die Nacht hinein zog. Nach mehreren Stunden Arbeit spielte Myrin kurz nach 1:30 Uhr morgens eine erste Melodieidee für den Refrain; Redman beschrieb diesen Moment als unmittelbar inspirierend und passend zu den Textversen, die er bereits notiert hatte. Der Song entstand in weniger als einer Stunde – Redman bezeichnete ihn als „eines der schnellsten Lieder, die er je geschrieben hat“. Als unmittelbare biblische Vorlage diente Psalm 103, insbesondere dessen Anfangsverse.

 

Das Lied erschien 2011 auf dem Album 10,000 Reasons (sixstepsrecords/Sparrow Records) und entwickelte sich rasch zu einem Standard des internationalen Worship-Repertoires. Bei den Grammy Awards 2014 gewann es gleich zwei Auszeichnungen: „Best Gospel/Contemporary Christian Music Performance“ und „Best Contemporary Christian Music Song“.

 

Die deutsche Textübertragung „Zehntausend Gründe“ stammt von David Hanheiser und David Schnitter und gibt den Originaltext nahezu sinngleich wieder. Das Lied wurde in mehr als 60 Sprachen übersetzt und ist heute in evangelischen, freikirchlichen und ökumenischen Gemeinden weltweit verbreitet.

 

- Liedrecherche von Matthias Stubenvoll - 

Der Text ist als persönliches Glaubensbekenntnis nach dem Vorbild von Psalm 103, insbesondere Vers 1, formuliert. Dieses Motiv des Selbstgesprächs der Seele verleiht dem Lied eine ehrliche und auch in schwierigen Lebenssituationen tragfähige Tiefe. Der Refrain weitet sich dabei zu einer universalen Einladung: Die gesamte Schöpfung, alle Zeiten und Generationen sollen in das Lob einstimmen.

 

Die Strophen entfalten konkrete Gründe des Lobpreises – Gottes Güte, Gnade, Treue bis ins Alter sowie Hoffnung über den Tod hinaus – und münden in das Bild von „zehntausend Jahren und darüber hinaus“ als Ausdruck unerschöpflichen Lobes. Der Text vermeidet abstrakte Theologie und setzt stattdessen auf einfache, bildhafte und gut singbare Formulierungen. Repetitive Elemente wie „Bless the Lord, O my soul“ beziehungsweise „Lobe den Herrn, meine Seele“ verstärken die emotionale und spirituelle Wirkung im gemeinsamen Singen.

Die einprägsame Dur Melodie mit einem überschaubaren Akkordkanon macht es leicht zugänglich für unterschiedlichste Besetzungen und Spielniveaus. Sie prägt sich schnell durch wiederholtes Hören ein. Der Refrain beginnt mit einem fallenden Motiv aus vier Tönen, das auftaktig mit zwei steigenden Achtelnoten angesteuert wird. Diesem Motiv folgen zwei Antwortphrasen. Beide steigen an und fallen wieder ab. Die erste dauert einen Takt, die zweite ist zwei Takte lang. Inhaltlich zentrale Worte liegen auf längeren Notenwerten und werden so hervorgehoben. Die Strophen kommen mit einem geringeren Tonumfang aus und erinnern an die Ein-Ton-Melodien, für die Taylor Swift berühmt ist. Rhythmisch sind die Synkopierungen und die eingeschobenen 2/4-Takte aber durchaus eine kleine musikalische Herausforderung. Damit bilden die Strophen einen Kontrast zu den Refrains und verhelfen diesen zu mehr Glanz. 

Das Lied lässt sich sowohl als persönliches Bekenntnis als auch als große Gemeindelobpreis-Hymne singen. Durch seine einfache Struktur (Strophe – Refrain – Bridge) und die eingängige Melodie ist es unmittelbar mitsingbar – auch ohne Notenkenntnisse und für musikalisch ungeübte Gottesdienstbesucher.

 

Es eignet sich für den Einstieg in den Gottesdienst, für Lobpreiszeiten, Abendmahlsliturgien und Gemeindefeste ebenso wie für kleinere Andachten oder Chorprojekte. Die deutsche Fassung „Zehntausend Gründe“ funktioniert dabei gleichermaßen gut in evangelischen Landeskirchen, Freikirchen und ökumenischen Kontexten.